38. Jahr­gang - Nr. 1/2018

Der Vierzeiler - Die Vereinszeitschrift des Steirischen Volksliedwerks fĂŒr Musik, Kultur und Volksleben. (Erscheint viermal jĂ€hrlich).

Titelthema der 1. Ausgabe 2018:
DIE ALPEN 

Der Vierzeiler inkl. dem Liederheft "Wenn die Alpen gĂŒhn" wird ab 29.3.2018 an alle unsere Mitglieder verschickt. Viel Freude beim Lesen!



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Aus dem Inhalt





Thomas Nußbaumer: Einige Gedanken zu „Alpenmusik“, „Alpiner
                                         Volksmusik“ und „VolkstĂŒmlicher Musik“

Konrad Köstlin: Die Alpen als kulturelle ErzÀhlung

Bernd Bernsteiner: Die Alpen wachsen weiter ...

Christian Baumgartner, Dominik Siegrist, Harry Spiess, Gerhard StĂŒrzlinger:
                                           Whatsalp

Interview mit Klaus HĂ€ndl: Sehnsucht nach den Alpen

Aus der Werkstatt geplaudert: Hackbrett-Werkstatt
                                                     „Zum klingenden Kreisel“

Befreundete Institutionen: Österreichischer Alpenverein,
                                                Sektion Haus im Ennstal

Lebensbilder: Gerhard Eisenberger


Foto (c) SteiermÀrkisches Landesarchiv

Leitartikel | Christian Hartl



Land der Berge 


 so lauten die ersten drei Worte im Text der österreichischen Bundeshymne – und das nicht zu Unrecht, denn schließlich erstrecken sich die Ostalpen, zu denen auch die Alpengebiete Deutschlands, Lichtenstein, die italienischen Alpenprovinzen sowie Teile von Slowenien gehören, von der Schweiz ĂŒber ganz Österreich – von Vorarlberg bis Burgenland. Bereits im Programm der 1. Republik, die im November 1918 ausgerufen wurde, zeigte sich eine Fokussierung auf die Alpen und Österreich definierte sich als „Alpenrepublik“.

Auch im Bereich der musikalischen Volkskultur spielte bzw. spielt der Begriff „alpenlĂ€ndisch“, der die Lieder und die Musik des „Alpenvolkes“ bestimmen soll, eine große Rolle. Bereits Dr. Josef Pommer (1845-1918), GrĂŒnder der Volksliedbewegung in Österreich, machte das „Àlperische“ bzw. das „alpenlĂ€ndische“ Volkslied zum Objekt seiner Forschung und betrachtete es sogar als eigene Liedgattung innerhalb des Begriffsfeldes Volkslied. Wesentlich bestimmt sah er diese durch die Bindung an das Brauchtum.

Nach dem ersten Weltkrieg versuchte auch die Wissenschaft einen Begriff fĂŒr das musikalische Tun der Alpenbewohner zu finden – ein Versuch der KlĂ€rung, der mehr als hundert Jahre dauerte und einen Bogen von „österreichischen Volksweisen“ ĂŒber „Nationalweisen“, „Alpenlieder“, „Àlperischen Volksliedern“, „Alpenlieder aus Deutsch-Österreich“ bis hin zu „alpenlĂ€ndischen Volksliedern“ spannte. Walter Deutsch kommt 1980 zu dem Schluss, „ 
 dass die Bezeichnung ‚alpenlĂ€ndisches Volkslied‘ jenes Liedgut umfasst, das im bajuwarisch-österreichischen-Raum entstand und durch die Bindung an Brauchtum und Landschaft seine spezifischen Stilmerkmale in Sprache und Musik formte.“

Natur- und RĂŒckzugsraum „vor der HaustĂŒre“
BegriffserklĂ€rungen hin oder her – meiner Meinung nach sollte man die Alpen, die ja viele von uns vor der HaustĂŒr haben, viel mehr nutzen. Ich sehe es als Bereicherung und als Wohltat, sich in der Natur körperlich zu betĂ€tigen und von der Hektik des Alltags zu entschleunigen, das unvergleichliche Panorama, welches die österreichische Bergwelt bietet, zu genießen und nach einer Gipfelbesteigung oder einer Almwanderung ein Lied oder einen kraftvollen Jodler ins Tal zu schreien. In diesem Zusammenhang finde ich die folgenden Zeilen von Viktor Zack (1854-1939), einem der bekanntesten Volksliedsammler und -forscher in Österreich, sehr spannend: „Der Jodler ist eigentlich nicht fĂŒr den geschlossenen Raum. Seiner inneren Natur entspricht Kraft und ĂŒberschĂ€umende Luft und nicht die ZimmerwĂ€nde, sondern die FelswĂ€nde sollen seinen Hall zurĂŒckwerfen. Er wird im Schulzimmer gelernt und soll in freier Höhe gesungen werden.“

Volksmusikalisches, Entstehung und Lebensweise 


Wo die Unterschiede zwischen „Alpenmusik“, „Alpiner Volksmusik“ und „VolkstĂŒmlicher Musik“ liegen und ab wann sich diese Genres entwickelt haben, erklĂ€rt uns Thomas Nußbaumer, UniversitĂ€tsdozent fĂŒr Volksmusikforschung am Innsbrucker Department fĂŒr Musikwissenschaft, Fachbereich Musikalische Ethnologie der UniversitĂ€t Mozarteum, in seinem interessanten Beitrag. Konrad Köstlin, emeritierter Institutsvorstand und Professor fĂŒr Volkskunde in Wien, schreibt in seinen AusfĂŒhrungen von den Alpen als kulturelle ErzĂ€hlung und davon, dass sich kulturelle BezĂŒge in Lebensstilen und Alltagspraktiken in Österreich stĂ€rker ausgebildet und im ganzen Land verbreitet haben als in anderen AlpenlĂ€ndern. Naturwissenschaftler Bernd Bernsteiner geht in seinem Artikel zurĂŒck bis zur Entstehung der Alpen und verrĂ€t uns auch, warum diese immer noch wachsen. Vom Kernteam des Projekts whatsalp, vertreten durch Christian Baumgartner (Österreich), Dominik Siegrist (Schweiz), Harry Spiess (Schweiz) und Gerhard StĂŒrzlinger (Österreich), erfahren wir auf Basis einer thematischen Alpendurchquerung von Wien nach Nizza, was sich in den letzten gut 25 Jahren in den Alpen getan bzw. verĂ€ndert hat.

In diesem Sinne wĂŒnsche ich viel VergnĂŒgen mit der vorliegenden Ausgabe des Vierzeilers und einen bewussten Umgang mit der Natur, damit wir ihre wunderbare Vielfalt noch lange genießen können!
Mag. Christian Hartl, MA
GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Steirischen Volksliedwerks

Foto (c) wikimedia commons / Chianti, CC BY-SA 3.0


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