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41. Jahrgang - Vierzeiler 03/2021


Der „wilde“ Westen 

Unser dritter Vierzeiler des Jahres 2021 ist soeben erschienen und widmet sich der weststeirischen Region Lipizzanerheimat.Alle unsere Mitglieder bekommen den druckfrischen Vierzeiler inkl. einem Liederheft "„Und ’s Dirndl håt gsågt, zu mir hätt sie a Freud“ Liebeslieder und Jodler aus der Weststeiermark diese Tage per Post ins Haus geliefert.
Viel Freude beim Lesen und Singen!


Termine Sänger-Musikantenstammtische
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Aus dem Inhalt






- Prof. Mag. et Dr. phil Ernst Lasnik (Historiker & Volkskundler): 
Zur Geschichte des Bezirkes Voitsberg – der Lipizzanerheimat
- Erwin Movia (Lipizzanergestüt Piber): 
Heimat der Lipizzaner – Das Lipizzanergestüt Piber
- Dr. Eva Maria Hois (Steirisches Volksliedwerk):
„Es waren sechs Spielleut in Altsteirertracht …“ (Mooskirchner Altsteirer)
- Florian Wimmer, BA MA (Steirisches Volksliedwerk): 
Glas und Kohle – Eine kleine Industriegeschichte der Region
- Mag. Christian Teissl (Schriftsteller & literarischer Archäologe): 
Einkehr in einem verschwundenen Land – Ein literarischer Streifzug
- Christof Spörk (Musik-Kabarettist)
Musikant & Komödiant aus dem Steirerland (Interview)
- Dr. Eva Maria Hois (Steirisches Volksliedwerk):
Steira san ma und singen den steirischen Brauch (Liedergeschichte) 

Leitartikel | Christian Hartl





Beim Wildn Westn denkt ma glei
ån Cowboy, Pferd und Indianer.
In da Weststeiermark san nur die Pferd dabei,
då hoaßt‘s Musi, Wein und Lipizzaner.

Der „wilde“ Westen 
Die Region Lipizzanerheimat

LIEBE LESERINNEN UND LESER!
Die umgangssprachliche Bezeichnung für westlich des Mississippi gelegene Gebiete der heutigen USA meinen wir natürlich nicht und auch Legenden, wie beispielsweise Billy the Kid, Jesse James oder Wyatt Earp, die im 19. Jh. in diesen Gebieten ihr Unwesen trieben, kommen im folgenden Vierzeiler nicht vor. 

„Unser“ wilder Westen beschränkt sich auf die Weststeiermark, den Bezirk Voitsberg samt Umgebung und die Legenden sind keine Revolverhelden, sondern musikalische Persönlichkeiten, die die Weststeiermark immer wieder in großer Zahl hervorgebracht hat. Bekannte Musik- und Gesangsgruppen wie beispielsweise die Kapelle Zwanzger, die Kern Buam, die Kapelle Walter Kager, die Mooskirchner Altsteirer, das Stögersdorfer Trio, Max Rosenzopf, die Steirische Blås, die Almhütt´n Sänger, Bernd Prettenthaler – um nur einige zu nennen – trugen durch ihren charakteristischen, flotten, typisch weststeirischen Musizierstil maßgeblich zur überregionalen Verbreitung ihrer Volksmusik bei und wurden zu richtungsweisenden Vorbildern für viele junge Sänger*innen und Musikant*innen im gesamten Alpenraum.

ERINNERUNGEN … 
Mein starker persönlicher Bezug zur Weststeiermark resultiert aus meinen zwei Leidenschaften: dem Fußball und der Musik. Als Fußballer war ich von 2002 bis 2010 beim ASK Köflach im Einsatz und durfte in dieser Zeit, nicht zuletzt durch meine musikalischen Aktivitäten außerhalb des Fußballplatzes, sozusagen Land und Leute kennenlernen – es entstanden viele Freundschaften, die bis heute Bestand haben.  Besonders gut haben mir immer die ehrliche und direkte Art der Weststeirer*innen, die mich oft sehr an die Mentalität meiner Heimatregion rund um Eisenerz erinnerte, bzw. ihr einzigartiger Dialekt – es gibt nämlich keinen 4. Fall – gefallen. 
Aber vor allem die volksmusikalische Weststeiermark hat es mir angetan, denn viele der bereits erwähnten Musik- und Gesangsgruppen waren mir schon als Kind bzw. als heranwachsender Volksmusikant ein Begriff. Speziell zu den Almhütt´n Sängern (Siegmund Schmolli, Konrad Krammer, Toni Lazarus) und zu Bernd Prettenthaler entstand eine bis heute anhaltende Freundschaft, die in vielen langen „Proben“ immer und immer wieder intensiviert wurde. Oft rief mich Siegmund Schmolli an und fragte mich, ob ich nach dem Training nicht Lust hätte, zum Stiegenwirt nach Edelschrott zu kommen, um etwas Gutes zu essen und den musikbegeisterten Wirtsleuten Frieda und Gottfried Pöschl – selbst begeisterte Volksliedsänger – das eine oder andere Stückl zu spielen bzw. mit der oft sehr musikalischen Zuhörerschaft gemeinsam einen Jodler oder ein altes Volkslied zu singen. Diese Abende, die lustigerweise meist unter der Woche stattfanden, sind mir bis heute in sehr guter Erinnerung geblieben. 

NACHHALTIGE TONSPUREN … 
Viele Musikant*innen hinterlassen Tonspuren, die bei weitem nicht so tief sind, dass sie auch noch nach vielen Jahren sichtbar bzw. hörbar bleiben. Mit der CD-Reihe Steirische Tonspuren haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Musikgruppen, die durch ihren Musizierstil und ihr Repertoire zu Vorbildern für nachkommende Musikant*innen-Generationen geworden sind, wieder in den Fokus der volksmusikalischen Aufmerksamkeit zu rücken. Nach dem Edler Trio und den Pretuler Buam wandern wir nun vom Mürztal in den Bezirk Voitsberg und widmen uns der Kapelle Walter Kager.
Die CD-Präsentation findet am 15. Oktober im Volkshaus Bärnbach statt. Mit dabei sind u.a. Bernd Prettenthaler, der Lipizzaner Heimatklang, Weststeirisch Z´sammg´würfelt und der Innerberger Dreigesang. Bereits im Vorfeld möchte ich mich bei der Stadtgemeinde Bärnbach, im Besonderen bei Stadtrat Andreas Albrecher, für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit bedanken.

DIE LIPIZZANERHEIMAT UNTER DER LUPE …
Unsere Hauptbeiträge beginnen wir mit dem historischen Experten der Weststeiermark, Prof. Ernst Lasnik, der uns einen einführenden geschichtlichen Überblick gibt. Die namensgebenden Lipizzaner dürfen natürlich auch nicht fehlen, weshalb wir Erwin Movia, Gestütsmeister des Gestüts Piber, um einen Beitrag gebeten haben. Eva Maria Hois rückt anschließend Geschichte und Musik der Mooskirchner Altsteirer in den Fokus, bevor Florian Wimmer die Geschichte der Glas- und Kohleproduktion im Bezirk zusammenfasst. Abschließend teilt der Autor und „literarische Archäologe“ Christian Teissl einige seiner literarischen Funde in der Region mit uns. 

Mag. Christian Hartl, MA
Geschäftsführer des Steirischen Volksliedwerks

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