39. Jahrgang / Vierzeiler 01/2019

"Kleine Instrumente ganz groĂź"

Der erste Vierzeiler im Jahr 2019 ist soeben erschienen und beschäftigt sich mit dem Thema "Kleine Instrumente". Alle Mitglieder bekommen diese Ausgabe  in den nächsten Tagen ins Haus geliefert. 

Viel Freude beim Lesen!

Veranstaltungskalender: Sänger- & Musikantenstammtische HIER zum Download.

Aus dem Inhalt





Mag. Stefan Höfel (Wien)
: Musik im Handgepäck - Portable Musikinstrumente
Wolf Janscha (Wien): Das Zaubereisen - Mythos und Aktualität des
                                     Maultrommelspiels
Mag. Anton Hirschmugl (Hatzendorf): Die Okarina
SR Titus J. Lantos (Pischelsdorf am Kulm): Das steirisches "Guggatz-
                                 Pfeiferl" und seine weltweiten Entsprechungen
Wolfgang Krainer: Suppenkaspers musikalische Eskapaden                             
Interview mit Andreas Safer 
                
Liedergeschichte: Mit Dirndllocker und Mentschafanger im Hosensack

Aus der Werkstatt geplaudert: Maultrommel- und Harmonikamanufaktur
                                                   Schwarz aus Molln




Leitartikel | Christian Hartl

Der Hosensack ist voller Musik …
Als praktizierender Sänger und Musikant kann ich sozusagen ein Lied davon singen, wie beschwerlich es manchmal sein kann, meine Musikinstrumente zum Auftrittsort zu schaffen. Da die Spielstätten oft nicht nur einen Steinwurf vom Parkplatz entfernt sind, stellt es durchaus eine körperliche, manchmal sogar eine sehr schweißtreibende Herausforderung dar, mit der Basstuba auf dem Rücken und jeweils einem Koffer mit einer Steirischen Harmonika in beiden Händen, diese zu erreichen. Aber wie heißt es so schön: „Augen auf bei der Instrumentenwahl“. Natürlich will ich nicht jammern, denn es hätte beispielsweise mit Kontrabass, Harfe oder Klavier noch schlimmer kommen können.

Kleine, tragbare, bezaubernde Instrumente …
Eine schöne Alternative zu den eben erwähnten groĂźen Instrumenten bieten deren kleine Verwandte – die sogenannten Hosensackinstrumente. Denn Okarina, Maultrommel, Schwegel, Mundharmonika oder Nasenflöte finden ohne Probleme Platz in jeder Rock- bzw. Hosentasche, sind somit leicht zu transportieren und können ohne viel Aufwand, wenn es gemĂĽtlich wird und einem der Sinn nach Musik steht, ausgepackt und gespielt werden. Auch wenn die kleinen Instrumente oft fälschlicherweise als Spielzeug oder Kinderinstrumente gesehen werden, ist es erstaunlich, wie schön bzw. oft auch virtuos bei richtiger Handhabe und dementsprechender Beherrschung der Instrumente darauf gespielt werden kann. In den letzten Jahren bauen wieder viele Musikgruppen vermehrt Hosensackinstrumente in ihr musikalisches Repertoire ein, denn durch ihre charakteristischen Klangfarben bieten sie eine willkommene Abwechslung fĂĽr MusikerInnen und Publikum. 
Eine Anekdote noch zur Maultrommel: Die Maultrommel kam im 14. Jahrhundert nach Europa und ist ein Instrument, das in verschiedensten Kulturen, auf allen Kontinenten und in vielen Musikstilen eingesetzt wird. Unter anderem war sie allerdings auch ein beliebtes Instrument beim „Fensterln“. Der Ton bzw. der Klang der Maultrommel ist scheinbar so betörend gewesen, dass die Kirche das kleine Instrument ab dem Jahr 1856 aus moralischen GrĂĽnden fĂĽr mehrere Jahre verboten hat. 
Wenn das kein Grund ist, das Spiel auf der Maultrommel oder einem anderen Hosensackinstrument zu erlernen, dann weiĂź ich auch nicht!

… ganz groß porträtiert
Zu Beginn verrät uns Mag. Stefan Höfel aus der Ă–1-Musikredaktion in Wien interessante Details ĂĽber portable Musikinstrumente und warum fĂĽr die Familie Mozart ein „Clavierl“ (= ein tragbares Tasteninstrument) fĂĽr groĂźe Reisen quer durch Europa sehr hilfreich war. Wolf Janscha, Obmann des österreichischen Maultrommelvereins, gewährt uns einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Maultrommel und deren trance-induzierende Wirkung beim Spielen. Von der Gefäßflöte ĂĽber die Entstehung der Okarina in ihrer heutigen Form bis hin zur Verwendung in der alpenländischen Volksmusik berichtet Anton Hirschmugl, Klarinettist der Grazer Philharmoniker und Volksmusikant aus Hatzendorf. SchlieĂźlich erzählt Titus J. Lantos, MuseumsgrĂĽnder und -leiter des Kulm-Keltendorfs in Pischelsdorf, von verklungenen Kinderinstrumenten wie das „Steirische Guggatz-Pfeiferl“. 

In diesem Sinne wĂĽnsche ich viel SpaĂź mit der vorliegenden Ausgabe des Vierzeilers und hoffe, dass die Reise in die Welt der Hosensackinstrumente eine spannende ist, und vielleicht sogar die eine oder den anderen zum Erlernen eines dieser kleinen Musikinstrumente anregt.
Mag. Christian Hartl, MA
Geschäftsführer des Steirischen Volksliedwerks


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