Volksliedwerk App


41. Jahrgang - Vierzeiler 01/2021

"Tschingderassabum!"



Unser erster (Frühlings-) Vierzeiler des Jahres 2021 ist fertig und widmet sich dem Thema Perkussive Instrumente und Lärminstrumente in der Volksmusik. Alle unsere Mitglieder bekommen den druckfrischen Vierzeiler in den nächsten Tagen per Post ins Haus geliefert.



Termine Sänger-Musikantenstammtische

Eine Übersicht der Vierzeiler-Ausgaben finden Sie in unserem Online-Shop.

Den Vierzeiler regelmäßig über die Volksliedwerk-Mitgliedschaft beziehen. 

Im Vierzeiler Inserate schalten.




Foto(c) Ivents / Kanizaj

Aus dem Inhalt






- Mag. Dr. Michael J. Greger (Sbg. Landesinstitut für Volkskunde): 
  Zur Funktion von Lärm, Geräusch und Rhythmus in Ritualen, Bräuchen und
  Festen
- Mag. Denise Sprung (Umwelt-Bildungs-Zentrum Stmk.): 
  Wenn wir auf uns hören!
- Günter Meinhard (STUDIO PERCUSSION graz): 
  Praktische Erfahrungen eines professionellen Lärmmachers
- Mag. Dr. August Schmidhofer (Universität Wien): Schallgeräte

- Interview mit Günter Grasmuck (Opus)
- Der BlizzFrizz aus Favoriten (Lebensbild)
- ileb! Volksmusik – Der Kapfenberger Musiker und Musiklehrer Harald Trippl
 

Leitartikel | Christian Hartl

Da Teifl wollt gern Geign spieln,
doch brochn is sei Gleitsichtbrilln,
vaschwummen d’Notn vor die Äugerl:
„Drauf pfiffn – i spiel Teiflsgeigerl!“

Geräusch – Klang – Rhythmus 

Liebe Mitglieder des Steirischen Volksliedwerks, liebe Leserinnen und Leser, was ist ein Geräusch? Ein Geräusch ist ein Sammelbegriff für Hörempfindungen, die nicht als Klang oder Ton bezeichnet werden können – Hauptcharakteristikum: keine exakt feststellbare Tonhöhe. Aber was soll die Frage überhaupt? Der vorliegende Vierzeiler trägt den Titel „Tschingderassabum“ und handelt von geräuscherzeugenden Perkussions- und Lärminstrumenten, die in der musikalischen Volkskultur und im Brauchtum eine Rolle spielen. 

Musikalische Erinnerungen und Vorbilder …
Wenn ich an meine volksmusikalische Kindheit und Jugend zurückdenke, so hielten sich meine Erfahrungen im Zusammenspiel mit diversen Schlaginstrumenten in Grenzen – abgesehen von der Blasmusik, wo natürlich die ganze Palette an Schlag- und Perkussionsinstrumenten zum Einsatz kam und einigen Tanzlmusi-Formationen, die nach dem Vorbild der Fidelen Inntaler (Gottlieb Weissbacher) in der Besetzung mit Flügelhorn, Klarinette, Posaune, Basstuba, Harmonika, Harfe und Schlagzeug musizierten. In „meiner“ Volksmusikwelt wurde der Rhythmus von den „klassischen“ Begleit- und Rhythmusinstrumenten wie Basstuba, Posaune, Gitarre und Kontrabass getragen. Doch obwohl es sich dabei nicht um Perkussionsinstrumente handelt, erfüllen sie teilweise deren Aufgabe mit – man denke etwa an den Gitarren-Nachschlag einer „schneidigen“ Polka-Begleitung.

Von Mitte der 1980er-Jahre bis ca. Mitte der 1990er-Jahre gab es für mich eine Hand voll Persönlichkeiten, die ich im Bereich der Volksmusikbegleitung als großartig und nachahmenswert empfand. Zwei davon möchte ich namentlich nennen: Peter Reiter, Tubist der Hammerauer Musikanten – er war der Erste, der die Basstuba in der Volksmusik zwischendurch auch als Melodieinstrument einsetzte und darüber hinaus sehr kreative und virtuose Bassübergänge spielte, die ich bis dato noch nie gehört hatte. Mein zweites Vorbild war der leider viel zu früh verstorbene Hans Vonderthann, Posaunist der legendären Rotofenmusi, der sowohl durch sein gefühlvolles Melodiespiel in hoher Lage als auch durch sein knackiges „Bassln“ in tiefer Lage einen Meilenstein in der Volksmusikbegleitung setzte und heute noch für viele MusikantInnen im gesamten Alpenraum als Vorbild gilt. 

Die Kunst der Begleitung …
Aber egal ob mit Tuba, Posaune, Gitarre, Kontrabass oder auch mit Teufelsgeige – die Funktion der Begleitinstrumente in der Volksmusik ist eine sehr wichtige und durchaus herausfordernde, denn wenn das rhythmische Grundgerüst auf wackeligen Beinen steht, ist es eigentlich unmöglich, als Musikgruppe einen guten musikalischen Gesamteindruck zu hinterlassen. Wichtig für gutes Begleitspiel sind: Timing und eine gewisse Art von Teamfähigkeit. Damit meine ich, dass jedes Mitglied einer Musikgruppe eine Aufgabe zu erfüllen hat. Die einen, sie stehen ein bisschen mehr im Mittelpunkt, sind für die Melodie verantwortlich, und die anderen, natürlich nicht weniger wichtig, eben für den Rhythmus. Hier ist weniger oft mehr, denn die Linienführung des Basses sollte auf keinen Fall in eine dreiminütige Etüde ausarten. Natürlich kann man aber, wenn man seine rhythmische Aufgabe gut erledigt hat, schon einmal das eine oder andere musikalische Schmankerl einbauen. Der „Zupf“ bzw. der Schmiss der Volksmusik wird durch eine gute Begleitung mehr als nur unterstrichen. Das Wichtigste allerdings bleibt die Freude am gemeinsamen Singen und Musizieren und ich glaube wir alle hoffen, dass das bald wieder halbwegs uneingeschränkt möglich sein wird ...

Neues Jahr, neue Rubrik …
„¡leb! Volksmusik“ heißt es in der neuen Rubrik des Vierzeilers, die wir von nun an regelmäßig präsentieren. Unser Vorstandsmitglied und Kassier Siegfried Greimler und ich möchten Persönlichkeiten vorstellen, deren Lebenselixier die musikalische Volkskultur ist und die mit viel Energie und Einsatz vor allem junge Leute zum aktiven Musizieren und Singen bewegen. Ebenfalls neu ist die Vorstellung von Gruppen aus unserer Sänger- und MusikantInnendatenbank mudaba.at, die den Vierzeiler von jetzt an begleiten wird. Davon abgesehen präsentieren wir wieder eine breite Palette an Beiträgen, die von „Gschichtn zur Teufelsgeige“ (Gunther Hasewend), Betrachtungen zu Lärm im Brauchtum (Michael Greger) sowie zu Lärm und Lärmvermeidung (Denise Sprung) über persönliche Erfahrungen eines professionellen „Lärmmachers“ (Günter Meinhart) bis hin zu einer kulturübergreifenden Betrachtung prämusikalischer Schallgeräte (August Schmidhofer) reichen. Na bum!

Mag. Christian Hartl, MA
Geschäftsführer des Steirischen Volksliedwerks

Gibt es Themen, über die Sie gerne im Vierzeiler lesen würden?




Liebe Vierzeiler-Leserinnen und -Leser! 

Um den Vierzeiler so interessant und lesenswert wie möglich zu gestalten, möchten wir Sie dazu aufrufen, uns Ihre Meinung über den Vierzeiler mitzuteilen: Welche Rubriken und Themen interessieren Sie besonders? Gibt es Themen, über die Sie gerne im Vierzeiler lesen würden? 

Bitte senden Sie uns Ihre Anregungen per E-Mail, Fax oder Post: 
E: vierzeiler@steirisches-volksliedwerk.at 
F: +43 (0)316 908635 55 

Steirisches Volksliedwerk 
Sporgasse 23/III 
8010 Graz

Z’sammenstimmen
Z’sammenreden
 
Impressum | AGB | Steirisches Volksliedwerk
Sporgasse 23/III, 8010 Graz, T +43-316-908635