39. Jahrgang - Vierzeiler 02/2019

"Ohne Wirtsleit koa Musi?"

... so der Titel unserer 2. Vierzeiler Ausgabe. Alle Mitglieder haben dieses Heft Anfang Juni ins Haus geliefert gekommen.
Viel Freude beim Lesen!

Veranstaltungskalender: Sänger- & Musikantenstammtische HIER zum Download.

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Aus dem Inhalt





Univ.Prof. Dr. Roland Girtler:
Das Wirtshaus, die Wirtin und die 
                                                  Wirtshaus-Musi
Prof. Hermann Härtel: Musik beim Wirt - eine Spurensuche
MMAg. Daniel Fuchsberger: Musikantenwirten & Wirtshausmusikanten
Mag. Christian Kolbl: Rezepte gegen das Gasthaussterben
                       
Interview mit Rahela Duric
                
Liedergeschichte: Ăśber das Schulden im Wirtshaus

Aus der Werkstatt geplaudert: Stephanie Marx - Schwungvoll.Meisterbetrieb
                                                    fĂĽr Streich- und Saiteninstrumente




Leitartikel | Christian Hartl


Die Universität der Volksmusik …
Wie Gasthäuser im Kreis der SängerInnen und MusikantInnen vielfach genannt werden, war und ist nach wie vor ein guter Nährboden fĂĽr volksmusikalische Aktivitäten. Man kann in gemĂĽtlicher, ausgelassener Atmosphäre oder wie es so schön heiĂźt, „frei von der Leber weg“ drauflosmusizieren, sich musikalisch ausprobieren und dabei hoffentlich auch noch die Gäste unterhalten. In den letzten Jahren musste man leider erkennen, dass es durch ein sich veränderndes Konsumverhalten der Bevölkerung, bĂĽrokratische HĂĽrden und gewerbliche Auflagen zur SchlieĂźung vieler Gastronomiebetriebe gekommen ist – mittlerweile ist sogar vom „Wirtshaussterben“ die Rede. 

WIRTSHAUSLEBEN IN EISENERZ
Wenn ich meinen Heimatort Eisenerz betrachte, so kann ich feststellen, dass musikalische Volkskultur eine große Rolle gespielt hat bzw. immer noch spielt natürlich auch im Wirtshaus: In den 1950er- und 1960er-Jahren war Eisenerz durch den Erzberg das wirtschaftliche Rückgrat der gesamten Region. Die Einwohnerzahl war mit 14.000 Menschen rund dreieinhalb Mal so hoch wie heute. Rund 4.000 Beschäftigte, die zum Teil aus der näheren Umgebung, aber auch aus weiten Teilen Österreichs bzw. den angrenzenden Ländern kamen, verdienten ihren Lebensunterhalt am Steirischen Erzberg und waren ein Mitgrund dafür, dass in Eisenerz viele volksmusikalische Traditionen ihren Niederschlag fanden. Die Arbeiter bekamen 14-tägig ihren Lohn ausbezahlt, was natürlich einen Freudentag für die gesamte Familie bedeutete. Viele Familienväter luden die gesamte Familie ins Wirtshaus ein – andere wiederum investierten eher in Alkohol oder verteilten ihr hart verdientes Geld noch am selben Tag beim Kartenspielen an die Kollegen. Auf jeden Fall boomte die örtliche Gastronomie und die Zahl der geöffneten Gasthäuser wird mit mehr als 50 angegeben – und in den meisten davon hörte man die Leute singen und in den verschiedensten Besetzungen musizieren. Diese Zahltage waren natürlich auch für die vielen einheimischen Musikanten sehr ertragreich, da bei ausgelassener Stimmung das Geld der Gäste und Zuhörer doch ein bisschen lockerer saß als an herkömmlichen Tagen. Viele der MusikantInnen und SängerInnen waren sehr stolz auf ihr musikalisches Repertoire, denn es war ja gewisser Maßen ihr „Kapital“. Sogar auswärtige Gruppen kamen nach Eisenerz, um mit ihrer Musik ein bisschen Geld zu verdienen, beispielsweise Wiener Schrammelquartette.Deren Spielweise passte aber anscheinend nicht besonders gut in unsere gebirgige Gegend, sodass diese qualitativ durchaus sehr guten Darbietungen nur wenig honoriert wurden.

MUSIK, WIRTSHĂ„USER UND WIRTSLEUTE
Damals wie heute gibt es, natĂĽrlich nicht nur in Eisenerz, Volksmusik im Wirtshaus zu hören – leider nicht mehr in dem AusmaĂź wie frĂĽher. Damit das auch so bleibt, oder vielleicht auch wieder mehr wird, gibt es seit mittlerweile 35 Jahren das vom Steirischen Volksliedwerk initiierte Projekt Musik beim Wirt, bei dem jährlich rund 1.100 MusikantInnen-Stammtische in vielen Regionen der Steiermark stattfinden und zwar genau dort, wo musikalische Volkskultur schon immer praktiziert wurde und einen guten Nährboden vorfand – im Wirtshaus! Zu Beginn erzählt uns Univ.-Prof. und Buchautor Roland Girtler einiges ĂĽber Wirtshäuser, Wirtinnen und Wirtshausmusik aus kultursoziologischer Perspektive. Von der Idee und Entwicklung des Projekts Musik beim Wirt erzählt Hermann Härtel in seinem Artikel. Daniel Fuchsberger hat mit musizierenden Wirten und Wirtshaus-affinen Musikanten gesprochen und Christian Kolbl, GeschäftsfĂĽhrer der WKO-Fachgruppen Gastronomie und Kino-, Kultur- und VergnĂĽgungsbetriebe, berichtet vom "Wirtshaussterben" und möglichen MaĂźnahmen dagegen. 

Damit wünsche ich Ihnen viel Freude mit der vorliegenden Ausgabe des Vierzeilers und hoffe, dass er vielleicht auch Lust macht, wieder öfter Musik in entspannter Wirtshausatmosphäre zu genießen oder sich selbst musikalisch auszuprobieren!

Christian Hartl, Geschäftsführer des Steirischen Volksliedwerks

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Die Zeitschrift „Der Vierzeiler“ gilt ĂĽber steirische Grenzen hinaus als jenes Medium, dem es gelungen ist, sich mit Themen rund um unsere 
Traditionen in Ausgewogenheit zwischen ernsthafter Zuneigung und spielerischem Umgang auseinanderzusetzen. 

Viermal jährlich erscheint die Zeitschrift in einer Auflage von 4500 StĂĽck, wobei sich jede Nummer einem bestimmten Schwerpunktthema widmet, denn schier unerschöpflich sind die Themen, die sich immer um die musikalische und kulturelle Tradition unseres Landes ranken, aber alle Lebensbereiche erfassen. 
„Der Vierzeiler“ ergeht per Postversand an rund 3000 Mitglieder des Steirischen Volksliedwerks im In- und Ausland und wird weiter 
in öffentlichen Institutionen, Musikhäusern, Schulen, Gaststätten, Tourismus-Informationen etc. aufgelegt. Unsere Ausgaben erscheinen
jeweils im März, Juni, September und Dezember.

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