Volksliedwerk App


Aus dem Inhalt





Aus dem Inhalt: 
- Dr. Rosemarie Fuchshofer (selbstständige Soziologin, Tamsweg / Schöder):  Heidis Heimkehr. Über die Möglichkeit einer neuen Zurück-aufs-Land-Bewegung

- Mag. Dr. Elke Höfler (Landesmedienreferentin Steirischer Blasmusikverband, Graz): Blasmusik in Stadt und Land. Unterschiedliche Vorzeichen, ähnliche Herausforderungen

- Nicola Benz, M.A. (u.a. Mitarbeiterin im mica – music austria, Wien):
„Eine heitere Dorf-Episode mitten in der Stadt“. „Bauernbälle“ im 19. Jahrhundert beim Wiener Fasching

- Prof. Dr. Johannes Gepp (Präsident des Steirischen Naturschutzbundes):
Tierische Stadtbewohner. Das zoologische Makrobiom der Siedlungsräume

Leitartikel | Christian Hartl





„San d‘ Häuser vü und lång da Stau,
so is‘ a Stådt“, håt gsågt a Frau.
„Am Lånd gibt’s dafür“, moant der Herr,
„fia jedes Haus drei Kreisverkehr.“

Stadt und Land
„Dås Låndlebn håt Gott gebn, so heiter und so froh. Darum preisen die Weisen dås Låndlebn a so.“
Diese erste Strophe des Volksliedes „Dås Låndlebn håt Gott gebn“  wurde bereits im Jahr 1872 in Volkslieder aus der Steiermark von Peter Rosegger und Richard Heuberger in einer abweichenden Fassung publiziert und ist im wahrsten Sinne eine Hommage auf das Leben im ländlichen Raum – aber ist auf dem Land wirklich alles besser?
Die Gegensätze zwischen dem Leben auf dem Land bzw. dem Leben in der Stadt beschäftigen Menschen bereits, seit es Städte gibt. Die scheinbaren Vor- und Nachteile liegen natürlich immer im Auge des Betrachters. Viele idealisieren die ländliche Dorfgemeinschaft: Es gibt großen Zusammenhalt, ausgeprägte Hilfsbereitschaft, ehrliche und echte Freundschaften, Geborgenheit, sozialen Halt und jede*r kennt jede*n bzw. glaubt auch (fast) alles von den anderen zu wissen. Was man allerdings nicht genau weiß, wird dann in vielen Fällen durch die meist blühende Fantasie jeder/jedes Einzelnen ergänzt – die Gerüchteküche brodelt. Der irische Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor Oscar Wilde (1854–1900) antwortete auf die Frage, was der Unterschied zwischen Stadt- und Landleben sei:
„In der Stadt lebt man zu seiner Unterhaltung, auf dem Land zur Unterhaltung der anderen; dies ist äußerst lästig“.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass für mich sowohl das Landleben als auch das Leben in der Stadt seine Vorzüge hat und ich in der glücklichen Lage bin, nichts von beidem missen zu müssen. Sei es die schöne Natur, das gepflegte ländliche Brauchtum, die geringe Einwohnerdichte und somit viel räumliche Freiheit auf dem Land bzw. eine gewisse Anonymität, ein vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot und das rege gesellschaftliche Treiben in der Stadt – alles hat seinen Reiz. 
Gleiches gilt aus meiner Sicht natürlich auch für die Menschen, denn ich bin beruflich und auch als Musiker und Musikant häufig in ländlichen Regionen, aber auch in Städten unterwegs, wo ich überall viele Menschen kennenlernen darf. Und egal, wo jemand herkommt – ob aus der Stadt oder vom Land – mit manchen möchte man sich austauschen und Kontakt halten und pflegen und mit anderen halt nicht. 

Der Klang der Stadt …
Mit diesem Thema beschäftigt sich von 17. bis 18. November 2022 ein vom Steirischen Volksliedwerk in Kooperation mit der Kunstuniversität Graz und der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum veranstaltetes internationales wissenschaftliches Symposium. Unter dem Motto „Sound in the City – Musik in mitteleuropäischen Städten“ wird versucht, folgenden Fragen auf den Grund zu gehen: Wie klingt das Land in der Stadt? Wie klingt die Stadt in der Schule? Wie klingt die Stadt bzw. wie klingen die verschiedenen Kulturen in der Stadt? In diesem Sinne möchte ich alle sehr herzlich zu unserem mittlerweile vierten Herbstsymposium herzlich einladen und würde mich freuen, viele Interessierte bei den zahlreichen Vorträgen im Florentinersaal des Palais Merans begrüßen zu dürfen.

So vielfältig wie Stadt und Land …
Unsere Hauptartikel zeigen auf vielfältige Weise auf, wie Stadt und Land miteinander in Wechselwirkung stehen: Ob Zu- und Abwanderung und ihre soziologischen Dimensionen (Rosmarie Fuchshofer), Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Blasmusik in Stadt und Land (Elke Höfler), historische Beispiele der Nachahmung des Landlebens durch die städtische Oberschicht (Nicola Benz) oder biologische Betrachtung der Tierwelt in der Stadt (Johannes Gepp). Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen des Vierzeilers – ob in der Stadt oder am Land.

Mag. Christian Hartl, MA
Geschäftsführer des Steirischen Volksliedwerks



Gibt es Themen, über die Sie gerne im Vierzeiler lesen würden?




Liebe Vierzeiler-Leserinnen und -Leser! 

Um den Vierzeiler so interessant und lesenswert wie möglich zu gestalten, möchten wir Sie dazu aufrufen, uns Ihre Meinung über den Vierzeiler mitzuteilen: Welche Rubriken und Themen interessieren Sie besonders? Gibt es Themen, über die Sie gerne im Vierzeiler lesen würden? 

Bitte senden Sie uns Ihre Anregungen per E-Mail, Fax oder Post: 
E: vierzeiler@steirisches-volksliedwerk.at 
F: +43 (0)316 908635 55 

Steirisches Volksliedwerk 
Sporgasse 23/III 
8010 Graz

Z’sammenstimmen
Z’sammenreden
 
Impressum | AGB | Steirisches Volksliedwerk
Sporgasse 23/III, 8010 Graz, T +43-316-908635