37. Jahr­gang - Nr. 4/2017

Der Vierzeiler - Die Vereinszeitschrift des Steirischen Volksliedwerks für Musik, Kultur und Volksleben. (Erscheint viermal jährlich).

Titelthema der 4. Ausgabe 2017:
I nimm ma vor ...
Von Vorsätzen und ihren Nachwirkungen




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Aus dem Inhalt





Christian Hartl: Von guten Vorsätzen und dürftigen Ausreden

Barbara Frischling: Einfach gesund

Renate Duschnig: Träume, Wünsche, Ziele

Eva Maria Hois: Von Luftschlössern und andren guten Vorsätzen und 
                              WĂĽnschen

Aus den Regionen: Perchteln in Gaishorn


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Leitartikel | Christian Hartl

» I nimm ma vor … – Von Vorsätzen und ihren Nachwirkungen «

VON GUTEN VORSÄTZEN …
Wenn wir Ende Dezember dem Jahreswechsel entgegenfiebern und uns nach unzähligen Adventmarktbesuchen, Weihnachtsfeiern oder anderen kulinarisch-gesellschaftlichen Ereignissen wundern, warum die erst im Oktober neu gekaufte Hose schon wieder nur mehr gerade noch zu geht, wenn wir bei Verwandtenbesuchen die Treppe in den zweiten Stock nur noch mit leichter Atemnot bewältigen können und sich selbst beim darauffolgenden Essen ein Schweißtropfen auf unsere Stirn verirrt – dann ist es endlich wieder so weit: Zeit für gute Vorsätze!
Aber was macht uns jedes Jahr aufs Neue glauben, dass gerade dieses Mal nicht wieder die alten Gewohnheiten – oft nach nur sehr kurzer Zeit – die Oberhand gegen die neuen, guten Vorsätze gewinnen? Ich bin mir nicht ganz sicher, aber der Antrieb sind vermutlich die Ideale des Menschen, die mit der Realität leider oft nur wenig zu tun haben, wie viele von uns selbst schon das eine oder andere Mal schmerzlich feststellen mussten. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist, auch wenn man es selbst nicht gleich bemerkt, oft kaum zu übersehen.

… UND SCHLECHTER UMSETZUNG
Unsere gut gemeinten Vorsätze scheitern in schöner Regelmäßigkeit, und wenn man Studien Glauben schenken mag, so halten zwei Drittel der Menschen ihre Vorsätze nicht einmal bis Ende Jänner durch. Dieter Frey, Sozialpsychologe an der Ludwig-Maximilian-Universität München, meint, dass die Motivation der entscheidende Schlüssel zum Erfolg sei: „Herzblut muss dabei sein, man muss etwas wirklich wollen oder Leidensdruck haben. Die Vorsätze müssen für den Einzelnen extrem wichtig sein und die Veränderungen sollten positiv besetzt sein, sonst gibt man gleich wieder auf. Wer beispielsweise Sport vor allem als Quälerei versteht, wird sich auch im Jahr 2018 kaum dazu aufraffen können. Wird hingegen als lustvolles Unterfangen in der Gruppe gesportelt, wird ein Gelingen schon wahrscheinlicher.“ Vielfach ist auch die Strategie, wie man seine Absichten umsetzen möchte, zu wenig durchdacht. Ein Vorsatz ist im Gegensatz zum Ziel, bei dem man klar festlegt, was genau man bis wann erreicht haben möchte, immer etwas Unverbindliches – etwas, das man gerne hätte. Formuliert wird er meistens mit viel Hoffnung, allerdings ohne Erfüllungsdatum. Man möchte beispielsweise gerne ein paar Kilos abnehmen, den beruflichen Stress senken, einen Sprachkurs besuchen oder mehr und regelmäßiger singen und musizieren – aber wann, wie und mit welchem Aufwand bleibt offen. Ein Ziel hingegen ist etwas Konkretes. Will man es erreichen, hat man im Idealfall einen genauen Zeitplan und ein bestimmtes Ergebnis vor Augen für das man bereit ist seine ganze zur Verfügung stehende Willenskraft einzusetzen. Das heißt für uns, dass ohne konkreten Aktionsplan unsere guten Vorsätze leider auch im kommenden Jahr wieder keine Chance haben werden.
Letztlich glaube ich, dass es eine Sache der persönlichen Priorität bzw. des schon vorhandenen, persönlichen Leidensdrucks ist, ob wir unsere guten Vorsätze einhalten oder nicht bzw. ob wir in der Lage sein werden, den oft und viel zitierten „inneren Schweinehund“, der ja leider in uns allen wohnt, zu überwinden. Ist diese Wichtigkeit groß genug, wird es kein Problem sein, für die erfolgreiche Umsetzung unserer Vorhaben die notwendige Ausdauer aufzubringen, die erforderliche Zeit zu finden, genügend Selbstdisziplin abzurufen und keine Ablenkungen zuzulassen. Und wenn es nicht klappt? Dann hat man wenigstens einen Grund, es ein Jahr später wieder zu versuchen.

2018 IM STEIRISCHEN VOLKSLIEDWERK
Auch wir im Steirischen Volksliedwerk haben uns für das Jahr 2018 viel vorgenommen. Wir bieten, teilweise zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern, wieder rund 50 Kurse und Seminare rund um die musikalische Volkskultur an. Die Palette reicht von diversen Sing- und Jodelkursen über Instrumentalkurse bis hin zu Instrumentenbaukursen. Unsere Einladung richtet sich an Jung und Alt, an Anfänger und Fortgeschrittene an SolistInnen und Musikgruppen – kurzum an alle Gesang- und Musikinteressierten. Genauere Informationen und Termine können der beigefügten „Volksliedwerk-Spielwiese“ (=Jahresprogramm 2018) entnommen werden.
Auf zwei Veranstaltungen möchte ich ganz besonders hinweisen:
Am 2. Februar 2018 findet der Ball des Steirischen Volksliedwerks im Gasthof „Zum Höchwirt“ in Weinitzen statt. Unter dem Motto „Promi-Ball“ gibt es auch diesmal wieder eine Maskenprämierung, ein Schätzspiel und ein Paarschießen beim Schießstand in der Kellerbar, wo man tolle Preise gewinnen kann. Musikalisch begleitet wird der Ball von der Wüdara Musi, die ab ca. 20 Uhr zum Tanz aufspielt.
¡sing! heißt es am 16. Juni 2018 in Eisenerz, wenn bei unserer musikalischen „Großveranstaltung“ einen ganzen Tag lang das Eisenerzer Stadtzentrum mit spontanem, ungezwungen, gemeinsamen Singen zum Klingen gebracht wird. Zahlreiche Programmpunkte, darunter kostenlose (Mit-)Singkurse, offene Singen, Darbietungen von verschiedensten Gesangs- und Musikgruppen, von diversen Vereinen und von Sängerinnen und Sängern aus der Region dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ein Singtag für Jung und Alt, für Einsteiger und Gesangserfahrene. Am Abend spielt, während noch fleißig weitergesungen wird, die Hartl Musi aus Eisenerz zum Tanz auf.

ZIELE, WÜNSCHE UND GESUNDHEIT …
Was Ziele eigentlich sind, warum wir sie brauchen und was wir tun müssen, um sie zu erreichen verrät uns Mag. Renate Duschnig, Dipl. Lebensberaterin und Systemischer Coach aus Graz. Barbara Frischling, Kulturanthropologin vom Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie Graz, erklärt uns, wie digitale Selbstvermessung als Baustein für ein „gutes“ und „gesundes“ Leben wirken soll und welche Tücken diese birgt.
In diesem Sinne wünsche ich viel Vergnügen mit dem vorliegenden Vierzeiler (inkl. Jahresprogramm 2018), ein schönes Weihnachtsfest, ein glückliches und vor allem gesundes Jahr 2018 und viel Erfolg bei der Umsetzung der gefassten „guten Vorsätze“.

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