37. Jahr­gang - Nr. 3/2017

Der Vierzeiler - Die Vereinszeitschrift des Steirischen Volksliedwerks für Musik, Kultur und Volksleben. (Erscheint viermal jährlich).

Titelthema der 3. Ausgabe 2017:
BETTGESCHICHTEN




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Aus dem Inhalt





Eva Kreissl: Im Bett – Ein Zustandsbericht

Eva Maria Hois: "Von der Wiege bis zur Bahre"

Burkhard Pottler: Das Bett

Brigitte Holzinger: Bettgeschichten

Interview: Im Dienst der Volkskultur - Evelyn Kometter

Aus der Werkstatt geplaudert: Bettenbauer Franz Heindler

Befreundete Institutionen: Schloss Trautenfels 

Lebensbilder: Hans Pichler

Leitartikel | Christian Hartl


RUND UM SCHLAF UND BETT ...
Der Schlaf, oder wie Philosoph Arthur Schopenhauer ihn liebevoll nannte, der „kleine Bruder des Todes“, spielt in unserem Leben eine ganz zentrale Rolle. Wie wichtig unser Schlaf wirklich ist, merken wir immer erst dann, wenn er uns fehlt. Marcel Mauss, ein französischer Ethnologe (1872-1950), sprach vom Schlaf als kulturelles Produkt und behauptete in weiterer Folge, dass man ganze Kulturen anhand ihrer Schlafgewohnheiten unterscheiden könne. Er stellte fest, dass sich die meisten Kulturen eines Schlafwerkzeugs bedienen – wir beispielsweise eines Bettes –, in dem wir rund ein Drittel unserer Lebenszeit verbringen. Geht man in der Menschheitsgeschichte zurĂĽck, wird man bemerken, dass, seit es Menschen gibt, auch das BedĂĽrfnis besteht, den eigenen Schlafplatz so angenehm wie möglich zu gestalten. Das Bett in seiner heutigen, uns bekannten, Form war natĂĽrlich keine Erfindung einer einzelnen Person, sondern ein ĂĽber Jahrtausende gehender entwicklungsgeschichtlicher Prozess. 

Aber was ist das Spannende am Bett? FĂĽr die einen ist es „nur“ ein MöbelstĂĽck, in dem sie die meiste Zeit ihres Lebens verbringen, andere wiederum empfinden es als einen Ort, der den Ausgangspunkt in die Welt der Träume darstellt und dem sie die Phasen ihrer Kontrolllosigkeit anvertrauen. Betten wĂĽrden uns, könnten sie sprechen, die unterschiedlichsten Geschichten erzählen, denn sie selbst wurden und werden immer wieder Zeuge von beispielsweise Trägheit, Erschöpfung, Krankheit, Verzweiflung, Geborgenheit und Leidenschaft. 

FĂĽr mich ist ein Bett nicht nur ein MöbelstĂĽck, ich sehe es eher als mein ganz persönliches „Naherholungsgebiet“, in dem ich sehr gerne und, wenn möglich, auch viel Zeit verbringe. Heute weiĂź man, dass zu viel Schlaf fĂĽr den menschlichen Körper gleich schlecht ist wie zu wenig Schlaf – ersteres ist fĂĽr mich als praktizierenden Musikanten allerdings sowieso eher unwahrscheinlich. Der österreichische Kabarettist Josef Hader hat einmal gemeint:„Das Leben ist wie ein kurzes Erwachen, und sogar das verschlafen viele.“ 

Und damit mir das nicht passiert, versuche ich meinen Schlaf so zu dosieren, wie er mir fĂĽr mein Wohlempfinden guttut: Nicht zu viel und nicht zu wenig!

IM BETT - EIN ZUSTANDSBERICHT
Wofür Betten eigentlich da sind, wie wir die Welt im Liegen wahrnehmen, warum wir dem Möbelstück Bett so viel Vertrauen schenken und dass schlafen nicht die einzige Beschäftigung ist, die vorzugsweise im Bett betrieben wird, erzählt uns Eva Kreissl, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin am Universalmuseum Joanneum. Eva Maria Hois, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Steirischen Volksliedwerks, berichtet über das Bett im Volkslied – die Palette reicht von Wiegen- und Schlafliedern über Totenlieder bis hin zu Liedern, die von unliebsamen bzw. von äußerst willkommenen Bettgenossinnen und -genossen handeln.

BETTGESCHICHTEN ...
Burkhard Pöttler, Professor am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Graz, setzt sich in seinem Artikel mit der Geschichte, der Ausstattung und den Funktionen des Möbelstücks Bett auseinander und zu guter Letzt begleiten uns Brigitte Holzinger, Leiterin des Instituts für Bewusstseins- und Traumforschung, sowie Autorin Larissa Cosentino in die faszinierende Welt der Träume.

Bevor ich zum Ende komme, möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Eva Kreissl für die gute Zusammenarbeit bei der Entstehung dieses „Vierzeilers“ bedanken und darauf hinweisen, dass sie uns bis zum Ende der Ausstellung „Im Bett – Episoden einer Zuflucht“, die bis 31.12.2018 im Volkskundemuseum Graz zu sehen ist, in jeder Ausgabe eine Rubrik mit weiteren interessanten „Bettgeschichten“ verfassen wird.

Ich wĂĽnsche viel VergnĂĽgen mit dem vorliegenden „Betten-Vierzeiler“ und kann eines mit Sicherheit versprechen: Es besteht keine Einschlafgefahr! 


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